ISO 19650 vor grundlegender Neuausrichtung - Deutschland im Fokus des neuen BIM-Lebenszyklusansatzes
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Im Umfeld der digitalBAU 2026 verdichten sich die Hinweise auf eine weitreichende Überarbeitung der internationalen BIM-Norm ISO 19650. Ein aktueller Entwurf (DIS) befindet sich in der Konsultationsphase – mit erheblichen Folgen für den deutschen Bau- und Planungsmarkt. Kern der geplanten Anpassung ist ein Paradigmenwechsel: Informationsmanagement soll künftig durchgängig über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks organisiert werden – von der Planung über die Ausführung bis in den Betrieb.
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Neue Technologien für das Streaming hochauflösender 3D-Daten über das Web gewinnen an Bedeutung. Für BIM-Viewer, CDE-Plattformen und digitale Zwillinge könnte das ein wichtiger Entwicklungsschritt sein: Große Modelle sollen schneller, geräteunabhängiger und kollaborativ nutzbar werden – ohne dass Anwender komplette Datensätze lokal verarbeiten müssen.
Ein aktuelles Beispiel ist die Plattform Miris, deren Public Beta am 24. März 2026 gestartet ist. Nach Angaben des Unternehmens werden 3D-Assets im OpenUSD-Format hochgeladen, automatisch für das Streaming aufbereitet und anschließend an verschiedene Endgeräte ausgeliefert. Miris spricht dabei von einer Infrastruktur, die ohne klassischen Aufbau eigener Streaming-Pipelines auskommen und 3D-Inhalte skalierbar über das Web bereitstellen soll. Die Plattform gibt an, Assets mit bis zu 10 GB unterstützen zu können.
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KI-Unterstützung sowie die durchgängige Integration von Bauaufgaben über sämtliche Disziplinen eines Projekts sind für die SOFTTECH GmbH, die auf der digitalBAU vom 24. bis zum 26. März erstmals als Teil der Orca Group auftritt, zentrale Zukunftsthemen. Zusätzlich zum KI-Chatbot, der Unterstützung bei Fragen in der Arbeit mit der Aufmaß-Software GRAVA connect sowie mit dem AVA-System AVANTI bietet, bestückt der Softwarehersteller nach und nach weitere Produkte mit praktischen KI-Anwendungen, insbesondere auch für das Bauen im Bestand. Auf der Digitalisierungsmesse stellt SOFTTECH die KI-basierte Planerkennung in einer Beta-Version für GRAVA connect vor. Wichtige Neuerungen und konkrete Umsetzungen verschiedener Kundenwünsche gibt es außerdem bei AVANTI sowie dem CAD-System SPIRIT.
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Ein aktueller Fachbeitrag aus dem Londoner Branchenumfeld zeigt, wie stark sich die Debatte über die Zukunft von BIM verschiebt: Weg vom reinen digitalen Modellieren, hin zu datengetriebenen, KI-gestützten Planungsprozessen. Ausgangspunkt ist ein Beitrag eines Londoner Fachmediums, das die kommenden Jahre als Phase eines tiefgreifenden technologischen Umbaus im Planen und Bauen beschreibt.
Im Mittelpunkt dieser Sichtweise steht die Annahme, dass BIM künftig weniger nur ein Modellierungswerkzeug sein wird, sondern zunehmend als intelligente Informations- und Entscheidungsbasis dient. Planerinnen und Planer würden dann nicht mehr ausschließlich Bauteile manuell modellieren, sondern stärker Ziele, Regeln, Leistungsanforderungen und Randbedingungen definieren, aus denen digitale Systeme passende Lösungen ableiten. Diese Richtung passt zu der britisch geprägten BIM-Kultur, die mit dem UK BIM Framework und den zugrunde liegenden BS EN ISO 19650-Standards seit Jahren auf strukturiertes Informationsmanagement setzt.
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Ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und des Ingenieurdienstleisters TECCON Consulting & Engineering arbeitet an einer neuen Lösung für die energetische Gebäudesanierung: Dämmplatten für Fassaden sollen künftig direkt auf der Baustelle per 3D-Druck hergestellt werden. Ziel ist ein Verfahren, das die Montage vereinfacht, Material präziser einsetzt und den Personalbedarf auf der Baustelle senken kann.
Im Zentrum des Ansatzes steht die Idee, passgenaue Dämmelemente nicht mehr ausschließlich industriell vorzufertigen, sondern objektspezifisch und unmittelbar vor Ort zu produzieren. Nach Angaben der Projektpartner sollen die Elemente so ausgelegt werden, dass sie einfacher zu handhaben sind und mit deutlich weniger Arbeitskräften montiert werden können als herkömmliche Systeme. Das wäre vor allem vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels im Baugewerbe relevant: Laut Institut der deutschen Wirtschaft blieben 2024 in der Branche rund 41.300 Stellen rechnerisch unbesetzt.
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